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Auch ein Land Cruiser hat Grenzen – Mit einem „Buschtaxi“ durch Südamerika

Franziska und Felix sind unsere Roadtrip-Heros der Woche. Mit ihrem Land Cruiser HZJ 79 und einer ordentlichen Portion Abenteuerlust bereisen sie die Welt und sind immer noch nicht müde! Hier berichten sie über das Auto und die brenzligste Situation ihrer Reise.

Das Auto

Der Starttermin für die große Reise wurde schnell definiert, mit der Auswahl unseres fahrenden Zuhauses haben wir uns aber schwer getan. Von Campermesse zu Campermesse sind wir gefahren, dutzende Zeitschriften und noch mehr Stunden im Internet haben wir nach dem Richtigen gestöbert, sind aber nicht wirklich schlau geworden. Zu klein, zu groß, zu teuer, zu schwach, zu …, was auch immer, es hat uns nicht gepasst. Zufällig erfuhren wir, dass die Firma Tartaruga in Andelfingen einen Tag der offenen Tür macht, und… dort stand unser Mobil in Weiß und Chromstahl mit Reccarositzen, Highendanlage und jeglichem Schnickschnack, der nur möglich war. Aber, das Mobil schon leer viel zu schwer, zu viele Extras, zu viel Luxus.

Es muss also etwas sein, das genau unseren Wünschen und Ansprüchen gerecht wird. So fanden und kauften wir bei Tartaruga noch am gleichen Tag den „angeblich“ letzten Toyota Land Cruiser HZJ 79, genannt „Das Buschtaxi“. 79 heißt beim HZJ, dass er eine Ladebrücke hat. Dort darauf wird nun unsere, von uns maßgeschneiderte Kabine gebaut. Dann tauften wir unser Mobil auf den Namen Hidalgo.

Ein Rad ab!

Drei Monate haben wir zum Spaß im Dornenbusch von Paraguay, im Chaco, auf einer Farm gearbeitet. Zwei Stunden auf einer miserablen Piste braucht man, um zurück auf dem Trans Chaco Highway zu sein. Seit Wochen herrschen Temperaturen um die 45° im Schatten. Wir wollen da raus und geben Gas. Mit ca. 95 km/h auf gerader, asphaltierter Strecke mitten im Busch kommt uns ein LKW entgegen. Kurz vor dem Kreuzen bricht dieser auf unsere Seite aus. Nur knapp können wir auf die linke Strassenseite flüchten und sehen, warum der Truck auf unserer Seite kommt. Ein riesiges Schlagloch, 1 m im Umfang und 50 cm tief. Keine Chance mehr, demselben auszuweichen. Das hintere linke Rad erwischt das Loch gerade noch. Ein Knall und Geschepper, unser Hidalgo knickt ein und nur mit Mühe und viel Glück bringt Felix die Karre nach 200 m, immer noch auf der zum Glück freien Strasse zum Stehen. Was war das denn???

Der Schlag war so gewaltig, dass das gesamte Rad mit den 5 Schrauben von der Welle gerissen wurde und wir auf der Bremstrommel und dem Stoßdämpfer schleudernd weiter gerutscht sind. Nachdem sich unser Puls einigermaßen normalisiert hat, sehen wir den gesamten Schaden. Vom Rad weit und breit keine Spur, die Bremstrommel und die Verschraubung des Stoßdämpfers abgeschliffen und verglüht, wir 100 km in beide Richtungen im Niemandsland. Der schuldige LKW über alle Berge. Telefonnetz? Kannste vergessen. Und jetzt?

Glück muss man haben!

Plötzlich taucht aus dem Dornengestrüpp ein braunes, grinsendes Gesicht auf. Da noch eines und dort schon wieder. Hola Amigos. Qué tal? Irgendwo da draussen ist eine Indigenensiedlung und die haben den Knall gehört. In kürzester Zeit ist das gesamte Dorf anwesend, wir sind die Attraktion. Einer rennt auf einen Hügel und ruft per Funk den Abschleppdienst in 150 km Entfernung. Andere bocken unser Gefährt auf und biegen heißes Metall gerade. Wieder andere suchen in den Dornen das verlorene Rad, eine Mutti bringt Wasser und Früchte. Es geht zu wie auf einem Jahrmarkt.

Improvisation ist alles…

Das Abschleppen wird ein Abenteuer, die Werkstatt, die wir anfahren noch viel mehr. Mit Hammer und Meissel schafft es aber dieser Zauberer, Hidalgo soweit zu reparieren, dass wir weiter Richtung Asunción fahren können. Ersatzschrauben hat er irgendwelche genommen und Radmuttern auch. Stoßdämpfer braucht man auch nicht zwingend und die Vorderbremse sollte genügen. Erst 2000 km weiter in La Paz, Bolivien bekommen wir die richtigen Ersatzteile. In Nordchile und Nordargentinien waren wir chancenlos. Bis wir den gesamten Schaden inklusive einer neuen 5- Loch Ersatzfelge aus Nicaragua behoben hatten, dauerte es sage und schreibe 9 Länder und 2 Jahre. Soweit zum Thema; für einen Land Cruiser bekommst du alles und überall. Ein Märchen!

Wir hatten großes Glück im Unglück. Wäre uns ein Wagen entgegen gekommen, hätte Felix die Spur nicht halten können, wären die Dorfbewohner nicht aus dem Busch gekommen,…wer weiß, ob wir dieses Abenteuer zu Papier gebracht hätten.

Felix und Franziska kommen aus der Schweiz und haben ihr Haus sowie alles darin verkauft, die Jobs gekündigt und sind seit über 5 Jahren mit ihrem Land Cruiser HZJ 79 unterwegs. Sie wollen zusammen neue Kulturen und Menschen kennen lernen, die schönsten Landschaften sehen, unbekannte Berge besteigen, Flüsse befahren, Tiere beobachten, Riffe betauchen und ..leben!

Mehr zu ihrer Reise auf: wordpress.fandf.ch

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