Kirgistan ist ein wahres Highlight unserer Route. Wenige haben es auf dem Schirm, umso mehr hat es zu bieten. Hauptsächlich liegt Kirigistan im Tian Shan Gebirge.

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Wikipedia schreibt darüber: “94% der Landesfläche ist gebirgig, nur auf 20 % der Fläche ist das Betreiben von Landwirtschaft möglich. Geologisch ist der Tian Shan ein junges Gebirge, weshalb die Berge in Kirgistan dominant und schroff aufragen und sich Täler tief einschneiden”

Warum wir Dich mit diesen Fakten langweilen?

Diese Zahlen bedeuten puren Offroad Spass!

Meet Kirgistan:

Grenzerfahrung: keine 100m nach der Grenze überfahre ich ein “Stop” Schild. Der Polizist, dessen Büro direkt hinter dem Schild ist, winkt mich herein und zitiert mich ins “Verhandlungszimmer”. Er will 100 US-Dollar haben oder meinen Führerschein einbehalten. Bei dem Preis muss ich lachen und gebe ihm zu verstehen, dass er sich meinen Führerschein gerne an die Wand nageln kann. Kein guter Nährboden für Verhandlungen. Am Ende bin ich 25€ los und lerne, korrupte Polizisten sind auch hierzulande üblich.

Wir erreichen Bishkek am frühen Abend und werden von unseren Gastgebern Maria und Slava verwöhnt. Nach einem anstrengenden Tag an der Grenze und den kirgisischen Polizisten sind die beiden eine Wohltat für unsere Seelen,. Am nächsten Tag erkunden wir die angrenzenden Berge und gehen wandern. Ein Wasserfall ist das Ziel aber der Wasserschwall von oben lässt uns auf halber Strecke umkehren. Schön ist es trotzdem!

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Regnerisches Wetter bleibt uns für die nächsten Tage treu. Wir umrunden dennoch den Issyk Kol See, der den Blick auf traumhafte Felsformationen freigibt. Das Campen an diesem See bleibt unvergesslich, nicht nur wegen des ersten regenfreien Tages.

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Wir brechen auf nach Naryn und damit nach Zentralkirgistan. Naryn selbst hat nichts besonderes an sich. Es ist eine braune Stadt mit einer blauen Gazprom Tankstelle mit 95 Oktan Benzin. Aber ca 20km entfernt von Naryn, entlang der Hauptstraße und dann rechts ab, weitere 50 ungeteerte, wilde Kilometer weiter findet sich nach zig Serpentinen, auf über 3000m Höhe der Song Kol See. Im Sommer ist die dortige Hochebene das Heim für Hirten und ihre Tiere und die Passstraße öffnen sich für mutige Motorradfahrer. Angeblich sind es 33 Serpentinen, die Dich nach der Taldurchfahrt erwarten –  Spass ohne Ende.

Wir übernachten standesgemäß in einer Jurte, trinken Tee und spielen “Volley-faules-Ei-Ball” mit den Kids der Hirtenfamilie. Außerdem machen sie unzählige Bilder mit uns und den Motorrädern. Smartphones gibt es überall!

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Die nächsten 2 Tage führen uns vom wunderschönen Song Kol See herunter in die Ebene und über zwei weitere Pässe bis nach Jalal-Abad. Diese zwei Fahrtage werden in Erinnerung bleiben! Erst fuhren wir ca 200 staubtrockene-kiespisten Kilometer auf den Ak Moinak Pass zu, um ihn dann zu überqueren. Er war nicht ganz so einfach zu bezwingen und wollte uns mit Lehm und Sand ärgern. Am Ende war es jede Schweißperle wert. Oben angekommen eröffnete sich eine fantastische Aussicht und in diesem Moment gab es keinen besseren Ort für eine Rast auf diesem Planeten.

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Berg- und Talfahrt

Zwischen uns und unserem Tagesziel Jalal-Abad lag nun nur noch ein weiterer Pass, der es allerdings wieder in sich haben sollte. Als wir uns auf dieser verlassenen Gegend schon auf 2.600m hoch gekämpft haben trafen wir 3 Belgier. Sie waren bewaffnet mit einem Landrover und 2 Fahrrädern und bewegten sich dementsprechend zu einem Drittel gemütlich, zu zwei Drittel schweißtreibend voran. Wir waren alle irgendwie froh, den Großteil des 3.300m Passes bereits hinter uns gebracht zu haben. Nachdem netten Plausch düsten wir weiter und ließen unsere neuen Freunde hinter uns. Was wir bald herausfinden sollten und die drei noch nicht annähernd ahnten: ein paar Kurven weiter ging es steil bergab auf 1.200m. Des einen Leid, ist des anderen Freud. Wir durften dem Sound unserer hochdrehenden Motoren noch eine Weile bei der Arbeit zuhören. Weder unterspülte, noch überspülte Wege konnten uns aufhalten. Es ist eine Traumstraße, die ihresgleichen sucht.

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Angekommen in Jalal-Abad lassen wir uns im erstbesten Hotel nieder. Die Reise verlangt Ihren Tribut – wir haben es uns verdient!

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