winterreifenpflicht

Spätestens beim ersten Frost sollte man zu Winterreifen wechseln. (Quelle: www.gtue.de)

Jedes Jahr hält der Winter einige kalte Überraschungen bereit. Wenn der Herbst zu Ende geht und das Wetter allmählich umschwingt, bringt das vor allem Gefahren im Straßenverkehr mit sich. Eis, Schnee und Glätte sorgen alljährlich für Chaos auf den deutschen Straßen, deswegen gibt es seit Dezember 2010 die gesetzlich festgelegte situative Winterreifenpflicht in Deutschland.

 

Winterreifen – “von O bis O”

Im Volksmund heißt es, dass Winterreifen von Oktober bis Ostern am Fahrzeug montiert sein sollten. Während dieser Zeit kann es nämlich schnell mal morgens zu Frost und Glätte kommen. Eine exaktere Vorschrift gibt da die Straßenverkehrsordnung (StVO). Laut ihr ist seit Dezember 2010 das Fahren mit Winterreifen bei sogenannten winterlichen Straßenverhältnissen Pflicht. Damit sind folgende Witterungsbedingungen gemeint:

  • Glatteis
  • Schneeglätte
  • Schneematsch
  • Eisglätte
  • Reifglätte

Wer bei solchem Wetter noch keine Winterreifen aufgezogen hat, sollte das möglichst schnell nachholen, denn Sommerreifen im Winter stellen eine akute Gefahr für alle Verkehrsteilnehmer dar. Die Auswahl an geeigneten Winterreifen ist groß und das Angebot ist umfangreich. Die Wahl der Winterreifen muss nach bestimmten Kriterien erfolgen, so müssen die Reifen vor allem auf das betreffende Fahrzeug abgestimmt sein. Wichtige Daten wie die maximale Tragfähigkeit, die zulässige Höchstgeschwindigkeit und die passende Größe der Reifen lassen sich dem Fahrzeugschein entnehmen.

Bei winterlichen Witterungsbedingungen sind Winterreifen verpflichtend. (Quelle: Youtube/Pirelli)

Winterreifenpflicht in Deutschland – Warum?

Die Winterreifenpflicht in Deutschland besteht vor allem wegen der unterschiedlichen Eigenschaften, die Winterreifen von anderen Reifenarten unterscheiden. Da die Reifen als einziger Kontakt zur Straße direkten Einfluss auf das Fahrverhalten und den Bremsweg eines Autos nehmen, ist es besonders im Winter sehr wichtig, auf den einwandfreien Zustand der Pneus zu achten. Nur so sind optimale Sicherheit und ein angenehmes Fahrgefühl gewährleistet.

winterreifensymbole

An diesen Symbolen erkennen Sie einen Winterreifen. (Quelle: www.focus.de)

Winterreifen sind durch das so genannte M+S-Symbol gekennzeichnet, dieses markiert sie als für Matsch + Schnee geeignet. Allerdings ist dieses Symbol nicht gesetzlich geschützt, darum sind Winterreifen auch durch ein Schneeflockensymbol eindeutig als für Glätte und Schnee speziell angefertigte Reifen zu erkennen. Beide Symbole garantieren dem Käufer, dass der betreffende Reifen alle Vorgaben erfüllt, die der deutsche Gesetzgeber an geeignete Winterreifen stellt. Ein besonderes Merkmal sind die speziell ausgearbeiteten Profilblöcke, die Schnee, Matsch und Wasser optimal nach außen verdrängen und so guten Grip und ein sicheres Handling garantieren. Wichtig ist dabei die Profiltiefe, die ebenfalls gesetzlich vorgegeben ist und 1,6 mm nicht unterschreiten sollte. Es ist jedoch empfehlenswert, auf eine Mindestprofiltiefe von 3 bis 4 mm zu achten, um sicher zu gehen, dass die Reifen den Sicherheitsstandards entsprechen.

Auch die Gummimischung ist ein wichtiges Merkmal guter Winterreifen. Sie ist perfekt auf die kalten Temperaturen abgestimmt und sorgt für eine gute Bodenhaftung und möglichst leise Abrollgeräusche. Außerdem ist sie ein entscheidender Faktor für Lenkverhalten und Spursicherheit der Reifen, die im Winter besonders wichtig sind. Beide Faktoren sind unerlässlich für eine sichere Fahrt. Die richtige Zusammenarbeit von Gummimischung und Profil des Reifens garantiert ein optimales Fahrerlebnis und die Nutzung von Winterreifen ist auch aus wirtschaftlicher Sicht durchaus sinnvoll, da Sommerreifen bei winterlichen Temperaturen schneller kaputt gehen und auch die Unversehrtheit des Autos gefährden.

 

Die Winterreifen-Alternative

Eine Alternative zu Winterreifen stellen trotz Winterreifenpflicht in Deutschland so genannte Ganzjahresreifen dar. Auch diese sind mit den für im Winter genutzte Reifen unerlässlichen Symbolen gekennzeichnet, stellen allerdings nur einen Kompromiss zwischen Sommer- und Winterreifen dar. Sie haben somit auf winterlichen Fahrbahnen nicht den gleichen Grip und die gute Bodenhaftung reiner Winterreifen, darum empfiehlt es sich, Ganzjahresreifen eher in gemäßigten Klimazonen zu nutzen, in denen keine extremen Temperaturschwankungen vorkommen. Der ADAC empfiehlt sogar:

Nur wer bei ‘Eis, Schneematsch…..’ mit Sommerreifen unterwegs ist, riskiert ein Bußgeld [...]. Wer Fahrten bei ‘Eis, Schneematsch…’ zuverlässig vermeiden kann, kann auch weiterhin im Winter Sommerreifen fahren! Dies hat besondere Bedeutung in traditionell winterarmen Regionen sowie für Besitzer von Zweitwagen oder Oldtimern – und natürlich für den, der gegebenenfalls auf öffentliche Verkehrsmittel umsteigen kann.

Die Winterreifenpflicht in Deutschland besteht zur allgemeinen Sicherheit im Straßenverkehr und es ist ratsam, seine Reifen saisonal zu wechseln. Außerdem sollte man auf die richtige Lagerung der Reifen achten, auch wenn sie nicht gefahren werden, denn nur dann sind während des Sommers Schäden an den Winterreifen auszuschließen. Auch eine regelmäßige Wartung ist für die optimale Sicherheit der Reifen unerlässlich.

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